Soziales Lernen

Schulinterner Lehrplan „Soziales Lernen“

5/6 Klasse + SE-Klasse

1 Einleitung
Die Schule sollte ein Raum sein, in dem Menschen sich gegenseitig achten und ihre Probleme soweit wie möglich gewaltfrei regeln. Das ist ein langfristiger und schwieriger Prozess, der viel Einsatz erfordert, sowohl vom Kollegium und der Schulleitung als auch von der Schülerschaft.
Es wird Rückschläge geben – daran führt kein Weg vorbei. Es geht nicht darum, die Kinder ruhig zu stellen, sondern ihnen die Erfahrung zu vermitteln, dass sie fähig und in der Lage sind, ihr Leben zu regeln und ihre berechtigten Interessen durchzusetzen, ohne dass sie selbst oder andere dabei zu Schaden kommen.
Das ist vielleicht nur in begrenztem Maße möglich, aber es ist wichtig, kleine Erfolge als solche anzuerkennen und sich darüber zu freuen.

2 Definition
Das soziale Lernen ist eine der Grundlagen für das so genannte handlungsorientierte, problemlösende Lernen.
Soziales Lernen ist der Vorgang des Erwerbs sozialer und emotionaler Kompetenzen.
Es geht dabei um die Entwicklung von Wahrnehmungsfähigkeit, Kontakt-, und Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Diskretionsfähigkeit, Kooperations- und Konfliktfähigkeit, sowie Zivilcourage. Als Ziel des Sozialen Lernens gilt die Fähigkeit zur sozialen Antizipation.

2.1 Ursachen der Verhaltensauffälligkeit
Für die Entstehung von auffälligen Verhaltensveränderungen ist neben verschiedenen gesellschaftlichen Einflüssen eine Störung im Selbst (Ich-Schwächung) verantwortlich. Diese Persönlichkeitsstörung drückt sich aus in der Unfähigkeit, „sein Selbstwertgefühl zu regulieren und kontinuierliche Ziele und Ideale (…) als wert- und sinnvoll zu erleben.“ (1) In diesem Sinne muss ein wesentliches Ziel von Primärprävention in der Schule der Aufbau von Ich-Stärke bei Schülern sein.

3 Ziele der Konzeptsetzung

3.1 Langfristige Ziele (5 – 6 Jahre)
Die Vermittlung der sozialen Kompetenz muss zentraler Bestandteil von Schule und Unterricht sein.
Ziel ist es, mit einfachen Mitteln die soziale Kompetenz der Schüler so zu stärken, dass sie sich um soziale Prozesse in der Schule selbst kümmern können.

3.2 Mittelfristige Ziele ( 2 – 3 Jahre)
1. Erweiterung der Handlungskompetenzen der Schüler.
2. Entlastung der Lehrer.
3. Ein weiteres Ziel ist der Ausbau kooperativer Lernformen auf Schulebene.
4. Ausbildung der Schüler durch die Lehrer:
– SV-Mitglieder
– Pausenbuddys
– Streitschlichter
– Patenschüler
– Tutoren
– Mentoren
Die ausgebildeten Schüler sollen in der Lage sein, Gruppengespräche und Gruppenaktivitäten zu leiten und Beratungsgespräche zu gestalten.

3.3 Kurzfristige Ziele (max. 1 Jahr)
1. Erarbeitung eines Sozialziele-Katalogs (Sozialzielcurriculum), der unserer Erziehungsarbeit zugrunde gelegt wird.
2. Erstellung eines Handbuches zum „Sozialen Lernen“.
3. Durchführung der Lehrerfortbildung zum Thema „Soziales Lernen“.
4. Entwicklung eines sozialen Klimas in der Klasse, d.h. Entwicklung einer Atmosphäre des gegenseitigen Helfens und Förderns durch konkrete Aktivitäten. Um dies zu erreichen, sind vor allem zwei Aspekte wichtig:
o die Entwicklung der Klasse als Gemeinschaft, d.h.
Entwicklung von Fähigkeiten: Wahrnehmen von Gefühlen (bei sich und bei anderen), Differenzierung von Beobachtungen, Bewerten, Interpretieren, Erkennen von Varianten der Handlungsmöglichkeiten, aktives Gestalten erfolgreicher Kommunikation, Erkennen von Konfliktpotential bzw. Konfliktursachen und konstruktiver Umgang damit.
o der Umgang mit schwierigen Situationen und Konflikten in der Klasse:
Entwicklung einer Streitkultur (Training der Konfliktfähigkeit auf Klassenbasis) durch den Klassenrat.
5. Einführung kooperativer Lernformen (PA, GA, Doppelkreis) im Unterricht.

4 Implementierung des System „Soziales Lernen“
Ab dem Schuljahr 2007/2008 wird das Unterrichtsfach „Soziales Lernen“ in die Klasse 5 und die Seiteneinsteigerklasse eingeführt.

5 Soziales Lernen in den Klassen 5/6 + SE-Klasse
„Die Gemeinschaft und Ich“

5.1 Arbeitsprinzip
Unser Arbeitsprinzip:
Anbindung an das Handeln, an konkrete Situationen, Simulation von Wirklichkeit durch Rollen- und Fantasiespiele, Beobachtung und Auswertung von Gruppenprozessen.

5.2 Ziele
1. Stärkung der Gruppenidentität und der Klassengemeinschaft
2. Gemeinsames Erarbeiten von Grundregeln für ein gutes Miteinander in der Klasse
3. Stärkung der Persönlichkeit und des Selbstwertgefühles der einzelnen Schüler
4. Förderung der Toleranz gegenüber anderen
5. Sensibilisierung in Bezug auf die eigenen Gefühle und die Gefühle anderer
6. Förderung der sozialen Kompetenzen
7. Förderung der Kommunikationsfähigkeit
8. Stärkung der Fähigkeit zur Selbstreflexion
9. Vermittlung von Methoden zur gewaltfreien Lösung von Konflikten
10. Einübung von Praktiken zur Deeskalation und Vermeidung handgreiflicher Auseinandersetzungen

6 Soziales Lernen in den Klassen 7/8
„Gewaltprävention“

7 Soziales Lernen in den Klassen 9/10
„Kommunikation und Kooperation“ (Text L.Mikhof)

SPRECHSTUNDEN

Sprechstunden
Alle LehrerInnen bieten die Möglichkeit zu Gesprächen an (Sprechzeiten nach Vereinbarung). Vereinbaren Sie bitte einen Termin mit der entsprechenden Lehrkraft und rufen Sie am Morgen des geplanten Gesprächs im Sekretariat an, um sicher zu gehen, dass der Termin eingehalten werden kann.